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Von Afghanistan bis Syrien

Neues vom Friedensratschlag für die Friedensbewegung


Rundmail des Bundesausschusses Friedensratschlag, 7. Oktober 2012

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,


heute mit folgenden Punkten: 1 Afghanistan; 2 Syrien; 3 "junge Welt"; 4 Friedenspolitischer Ratschlag; 5 WikiLeaks

(1) Afghanistan

Heute jährt sich zum 11. Mal der Beginn des Afghanistankrieges. Eröffnet hatten ihn britische und US-amerikanische Bombenflugzeuge; die Bundesregierung schloss sich diesem "Krieg gegen den Terror" mit einer denkwürdigen Entscheidung im Deutschen Bundestag am 16. November (in Verbindung mit der Vertrauensfrage) an. Im Dezember 2001, als der krieg schon entschieden schien, begann dann mit dem ISAF-Einsatz die Besetzung des Landes und ein mörderischer Krieg, dessen Ende nicht abzusehen ist.
Der Bundesausschuss Friedensratschlag hat eine Erklärung zum 11. Jahrestag herausgegeben ("Truppen raus - sofort und bedingungslos"), die hier heruntergeladen und vervielfältigt werden kann:
"11 Jahre Afghanistankrieg"

Die "Kooperation für den Frieden" veranstaltet am kommenden Wochenende eine Internationale Afghanistan-Konferenz in Bonn, auf die wir gern aufmerksam machen.
Informationen erhalten Sie hier:
13./14. Oktober 2012, LVR-LandesMuseum Bonn
Sprachen: Deutsch, Englisch, Dari, Paschtu
Alle Infos: www.afghanistanprotest.de
Anmeldung/Fragen: per Email an info@afghanistanprotest.de
oder per Tel. unter 0228/ 692904

(2) Syrien

Die Gefahr einer ausländischen Intervention in Syrien und somit eines kriegerischen Flächenbrands in der Region hat sich mit den jüngsten Vorfällen an der syrisch-türkischen Grenze weiter erhöht. Dass sich die Regierung in Ankara zum Verteidiger der Menschen und der Menschenrechte in Syrien aufschwingt, ist besonders absurd angesichts der Unterdrückungspolitik gegenüber den Kurden im eigenen Land. Und die Bekundung der Bundesregierung und der NATO, fest an der Seite der Türkei zu stehen, ist brandgefährlich: Wie leicht lassen sich solche und ähnliche Vorfälle in syrische Aggressionsakte umlügen, die dann mit dem "Verteidigungsfall" der NATO nach Art. 5 des NATO-Vertrags beantwortet werden könnten.
Die Haltung des Bundesausschusses Friedensratschlag hierzu haben wir in einer Erklärung deutlich gemacht:
"Kriegsermächtigung ...">

Der Friedensratschlag verteidigt auch weiterhin seine Position der strikten Nichteinmischung in den internen syrischen Konflikt, wohl wissend, dass die Kämpfe in Syrien längst auch zu einer Art Stellvertreterkrieg geworden sind mit den Hauptakteuren Saudi-Arabien und Katar sowie diversen Terrororganisationen. Selbst der UN-Sicherheitsrat kam vor zwei Tagen nicht umhin, die jüngste Anschlagserie in Aleppo mit etwa 50 toten Zivilpersonen als "terroristischen Akt" von Al Kaida einzustufen und aufs schärfste zu verurteilen:
"The members of the United Nations Security Council today condemned “in the strongest terms” the terrorist attacks which took place on Wednesday in the Syrian city of Aleppo, causing dozens of deaths and leaving more than a hundred civilians injured."

(3) junge Welt

In der Syrien-Frage hat die Friedensbewegung einen schweren Stand - vor allem gegenüber der Betonwand der Mainstream-Medien, die fast täglich für eine Intervention der "Weltgemeinschaft" trommeln. Die wenigen Ausnahmen auf dem Tageszeitungsmarkt hier zu Lande sind an zwei Fingern abzuzählen: Es handelt sich um das "neue deutschland" und um die "junge Welt".
Letztere steckt offenbar in größeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Es ist schwer vorstellbar, auf die in der jW transportierten alternativen Informationen gerade über Syrien (aber auch den Iran und andere Objekte westlicher Begierden) verzichten zu müssen. Daher an dieser Stelle die ausdrückliche Bitte, diese kleine, aber wichtige Zeitung zu unterstützen (durch Abos, Schalten von Anzeigen o.ä.). Der Hilferuf der jW ist hier zu lesen:
[externer Link]

(4) Friedenspolitischer Ratschlag 1./2. Dezember

Zu guter Letzt noch der Hinweis in eigener Sache:
Der nächste (der 19.) Friedenspolitische Ratschlag findet wie geplant am ersten Wochenende im Dezember statt. Wir immer mit einem umfassenden und spannenden Programm, das noch in Arbeit ist, demnächst aber veröffentlicht wird: 30 Diskussionsforen und Workshops, 6 Plenarvorträge sowie eine abschließende Podiumsdiskussion!
Also: Getrost schon Übernachtungen buchen und sich auf den nächsten Ratschlag freuen:

Die Rückkehr des Krieges in die Politik

Vom arabischen Frühling in den globalen Winter?
Die Abschottung des reichen Nordens gegen den armen Süden
Wirtschaft, Politik, Militär und Medien: die unheilige Allianz

Eine Welt ohne Krieg ist möglich

19. Friedenspolitischer Ratschlag
Samstag/Sonntag, 1./2. Dezember 2012

Universität Kassel, Wilhelmshöher Allee 73
Anmeldungen mit Name, Vorname, Anschrift hier:
Bundesausschuss Friedensratschlag

(5) Solidarität mit WikiLeaks

Der Aufruf zum Freien Geleit für Julian Assange ist von mehreren Hundert Friedensfreundinnen und -freunden unterzeichnet worden (vielen Dank dafür!) und wird nun dem britischen Innenministerium übermittelt. Zu danken ist natürlich auch der ecuadorianischen Botschaft in London, die dem WikiLeaks-Gründer diplomatisches Asyl gewährt.
Hier geht es zu einer wichtigen Botschaft, die Julian Assange an die UN-Generalversammlung übermittelt hat (sie wurde in dieser Ausführlichkeit wieder vom "neuen deutschland" und der "jungen Welt" veröffentlicht):
"Die Zeit für schöne Worte ist vorbei"

Mit besten Grüßen
Peter Strutynski



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